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Folgendes Buch wurde rezensiert: Was richtig ist

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|thumb|250px|link=Was richtig ist]]In "Was richtig ist" von Sebastian Kalkuhl geht es um die Schutzengel Cassiel und Muriel und die Menschen Sam und Ana, welche sie beschützen sollen. Allerdings verliebt sich Cassiel in Sam und sorgt durch seinen übertriebenen Beschützerinstinkt zunehmend für Probleme, die Muriel zunächst erfolglos einzudämmen versucht, die aber zu einem für den Himmel unerwarteten Ergebnis auf der Erde führen und irgendwann nicht nur Cassiel die Auslegung des Schutzengelkodexes hinterfragen lassen.

Ohne Zweifel ist man innerhalb weniger Seiten voll ins Geschehen eingetaucht und der Autor steht großen Namen im Erzähl- und Schreibstil in nichts nach. Der gesamte Roman liest sich überaus flüssig. Anzumerken ist hierbei vielleicht auch, dass es sich dabei um den Debütroman handelt.

Nervig allerdings ist Cassiel, mit dessen Art ich mich nicht anfreunden konnte. Ich hatte zwar Mitgefühl für seine Verzweiflung, aber mehr für Muriel als für ihn.

Die Liebesgeschichte zwischen Sam und Ana ist sehr authentisch erzählt und nimmt nicht mehr und nicht weniger Raum ein als sie braucht. Es fällt nur allzu leicht, sich darin hineinzuversetzen.

Interessanterweise verlieren sowohl die Perspektive des zuerst eingeführten Schutzengels (Cassiel) als auch die des zuerst eingeführten Menschen (Sam) mit der Zeit an Häufigkeit – zugunsten des als zweites eingeführten Schutzengels (Muriel) und des als zweites eingeführten Menschen (Ana).

Die benannten Figuren im Himmel sind vielfach namentlich an solchen angelehnt, die in den Schriften der abrahamitischen Religionen auftauchen. Somit lassen sich Strukturen und Hierarchien erahnen, ohne dass diese explizit erwähnt werden müssen.

Während Sam größtenteils selbstbewusst ist und sein Coming-out als Non-Binary bereits hinter sich hat, fällt es Ana immer noch schwer, selbständig und unabhängig zu werden – etwas, womit sich wahrscheinlich viele junge Menschen identifizieren können. Neben Sam hat auch Ridwan als Frau geoutet. Gabriel jedoch, der/die sich nicht ausschließlich als Mann sieht, traut sich dies jedoch nicht. Remiel hingegen ist aromantisch. Somit deckt der Autor ein weites Spektrum an Identitäten und Orientierungen der LGBT*Community ab, auch hier, ohne Dinge gekünstelt in den Vordergrund gestellt wird, sondern sich ganz natürlich einfügt. Damit leistet der Autor einen guten Beitrag für die Transparenz queerer Menschen.



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