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Folgendes Buch wurde rezensiert: Verraten

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|thumb|250px|link=Verraten]]Im Roman “Verraten” von Vanessa S. Kleinwächter geht es vor allem, aber nicht nur, um Freundschaft. Dies ist ein starkes Motiv, welches sich durch beide Abschnitte des Debütromans der Autorin und gleichzeitig Auftakt ihrer Trilogie, zieht.

Zunächst lernt man in der ersten Hälfte des Buches die Freundschaft, ihr Entstehen und ihre starke Verbundenheit kennen; später wird der Protagonistin ebendiese Verbundenheit zum Verhängnis und wir erfahren die Schattenseiten inniger Freundschaften. Aber damit nicht genug: Die Autorin traut sich gleich an mehrere weitere Themen: Aromantik, Asexualität und Non-Binary. Mit diesen LGBT*-Themen wirkt der Roman keineswegs überladen; sie fügen sich fast wie beiläufig ein und doch geben sie diesem eine Würze, die in anderen Romanen fehlt oder anders erzeugt werden muss.

Man lernt, ohne belehrt zu werden, ebendiese Themen kennen, ohne dass sie für den Plot von übermäßiger Bedeutung wären; sind jedoch von essentieller Bedeutung für die Protagonistin. Zudem liefern sie wichtige Einblicke in ihre starken Freundschaften, die im Fall von Jake und Darius wie platonische Liebe erscheinen. Eben deshalb leidet die Protagonistin im zweiten Teil so sehr – gar nicht unbedingt über die physikalische Abwesenheit ihres besten Freundes, sondern die emotionale Entfernung, die mit jedem Tag zunimmt. Die Bedürfnisse der Protagonisten sind leicht anders als in klassischen Romanen und doch sucht sie ebenfalls nach Liebe: Familiärer und Freundschaftlicher. Das zeigt sich durch ihren wunden Punkt, dass sie sich wie ohne Familie fühlt und Umarmungen so sehr liebt.

Ein weiteres Thema, welches die Protagonisten ebenfalls ausmacht und noch weitaus einzigartiger macht, ist ihre Soziophobie. Diese äußert sich zwar durch Tollpatschigkeit, Grübelschleifen und Vermeidungsverhalten, allerdings wird sie, anders als in vielen anderen Romanen nicht zum Comic Relief, zur Witzfigur. Die Autorin versteht es, mit äußerster Behutsamkeit und ruhiger Ernsthaftigkeit an das Thema heranzugehen, sodass man sich als Leser gut in die Figur hineinversetzen kann.

Der Plot ist nicht ganz gradlinig und weist ab dem dritten Viertel des Buches ein paar Längen auf, aber alles in allem tragen sich eine Handvoll Themen auf der weiten Karte zwischen dem Kullë Guri, dem Camp in den Bergen und Cabriz' Akademie aus. Die Charaktere folgen den eingangs erwähnten und von der Autorin etablierten Mustern und die Autorin versteht es, diese zwischen den drei Orten gespannte Bühne zu bespielen und ihrer fantastischen Welt nebenbei Leben einzuhauchen.

Fazit:
Doch bei all der Magie können wir uns gerade deshalb so sehr in die Charaktere hineinversetzen, weil sie eine ziemlich große Portion Menschlichkeit mitbringen. Gerade deshalb und wegen der Repräsentation der erwähnten Themen, die man in vielen anderen Romanen vergeblich sucht, hat mich dieses Buch so sehr gefesselt und mitgenommen wie schon lange keines mehr.


Zum zugehörigen BuchPorträt: Verraten

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